Unsere Lebenserwartung steigt durch den medizinischen Fortschritt immer weiter an. Dabei ist für eine hohe Lebensqualität im Alter – unter anderem – das gute Sehen ganz entscheidend.
Denn gutes Sehen bedeutet: Eigenständigkeit, Beweglichkeit/Motilität, Teilhabe am sozialen Leben und vielfältige Möglichkeiten bei der Freizeitgestaltung.
Vorsorge hilft, das Sehvermögen im Alter zu erhalten und Früherkennung sorgt für einen besseren Therapieerfolg im Falle einer Erkrankung.
Insbesondere 3 Augenerkrankungen können einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität unseres Sehens im Alter haben: Das Glaukom (grüner Star), die Makuladegeneration und die Cataract (grauer Star).
Beim Glaukom kommt es durch einen erhöhten Augeninnendruck zu Durchblutungsstörungen am Sehnervenkopf. Dadurch sterben Nervenfasern ab. Bleibt das Glaukom unbehandelt, führt dies zur Erblindung.
Der erhöhte Augeninnendruck ist nur in Ausnahmefällen schmerzhaft und wird deshalb vom Patienten nicht wahr genommen. Fast bis zuletzt ist die Sehschärfe nicht verändert und auch Gesichtsfeldausfälle bleiben sehr lange unbemerkt. Dadurch gibt es keine Möglichkeiten zur Selbstkontrolle.
Häufigste Risikofaktoren: zunehmendes Alter, Kurzsichtigkeit (Myopie) und ein familiär gehäuftes Auftreten.
Therapie: Ein Glaukom kann heutzutage in den allermeisten Fällen durch die Gabe von Augentropfen effektiv behandelt werden.
Empfehlung: Im Alter von etwa 40 Jahren wird die sogenannte Basisuntersuchung mit Bestimmung der Hornhautdicke (Pachymetrie), Messung des Augeninnendruckes und Beurteilung des Sehnerven durchgeführt. Im Abstand von 2 Jahren (Folgeuntersuchung)bis zum Alter von 75 Jahren und dann in jährlichen Abständen wird der Augeninndendruck gemessen und der Sehnerv kontrolliert.
Bei grenzwertigen Augendrücken, im Falle einer Glaukomerkrankung und auf Wunsch kann der Sehnerv mittels Laser dreidimensional vermessen werden (HRT). Mit dieser Präzisionsvermessung können im Verlauf (alle 2 Jahre) bereits kleine Veränderungen am Sehnerv frühzeitig erfasst werden. Somit kann beim Auftreten eines Glaukoms frühzeitig und effektiv behandelt werden. Schäden am Sehnerv können vermieden werden.
Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, informieren wir Sie gern im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung bzw. im beigefügten PDF. >> PDF ansehen
2. Die Makuladegeneration
Die Makuladegeneration führt zu einem schleichenden Verlust der Tagessehschärfe. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ist besonders das Lesen nur noch mit Hilfsmitteln oder gar nicht mehr möglich.
Die Degeneration der Makula kann sich über Jahre erstrecken, manchmal aber auch sehr rasch erfolgen. Das Risiko an einer Makuladegeneration zu erkranken, nimmt mit dem Alter deutlich zu und ist unter anderem bei Rauchern und Patienten mit Bluthochdruck erhöht. Eine familiäre Häufung und eine erhöhte Lichtexposition als weitere Risikofaktoren werden vermutet, sind allerdings nicht nachgewiesen.
Therapie: Beim Auftreten erster Veränderungen – insbesondere sogenannter Drusen – wird bei der trockenen Form der Makuladegeneration die Einnahme von Lutein, Zeaxanthin und Omega 3-Fettsäuren empfohlen. Mehrere international durchgeführte Studien (z.B. Areds I und Areds II) konnten einen positiven Effekt (Senkung des Progressionsrisikos, d.h. Verlangsamung des Krankheitsverlaufs) nachweisen.
Bei der feuchten Form der Makuladegeneration ist häufig zusätzlich auch eine operative Therapie (intravitreale Injektionen) erforderlich.
Empfehlung: Kontrolle mit Sehtest, Erweiterung der Pupille und Netzhautuntersuchung und fotografische Dokumentation der Makula ab dem Alter von 50 alle 2 Jahre und ab 75 jährlich.
Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, informieren wir Sie gern im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung bzw. im beigefügten PDF. >> PDF ansehen
3. Die Cataract (grauer Star)
Die Cataract, eine Eintrübung unserer Augenlinse im Alter,betrifft aufgrund der steigenden Lebenserwartung nahezu alle Menschen. Der graue Star reduziert die Sehschärfe. Da sich dieser Vorgang meist über einige Jahre erstreckt und unser Gehirn sich an die sinkende Sehleistung „gewöhnt“, wird eine Cataract subjektiv manchmal erst spät wahrgenommen.
Therapie: Eine Cataract kann heutzutage in einer kleinen ambulanten Operation vollkommen beseitigt werden. Dazu wird die eingetrübte Augenlinse aus dem Auge entfernt und eine Kunstlinse in der entsprechenden Stärke in das Auge eingesetzt. Dieser sehr risikoarme und schmerzlose Eingriff wird von entsprechend spezialisierten Zentren durchgeführt.
Empfehlung: Kontrollen mit Sehtest und Beurteilung der Augenlinse ab dem Alter von 60 alle 2 Jahre, ab 75 jährlich z.B. im Rahmen einer Glaukomvorsorgeuntersuchung.
Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, informieren wir Sie gern im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung.



